DIE LINKE. BAG Grundeinkommen

Mit Links zum Grundeinkommen

„Ich streite schon über 15 Jahre für ein Grundeinkommen“

08.02.16 (BGE Aktuell, BGE Aneignung, Gewerkschaften)

Katja Kipping im Interview mit der Spreezeitung

Quelle: Spreezeitung

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(Foto: Anke Illing, Photocultur)

Seit 2012 führt Katja Kipping gemeinsam mit Bernd Riexinger die Partei DIE LINKE. Sie ist seit 2005 Mitglied des Bundestages, dort sozialpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. Zwischen 2004 und 2008 war sie Mitbegründerin und Sprecherin beim bundesweiten Netzwerk Grundeinkommen. Katja Kipping publizierte u.a. zum Grundeinkommen. Im Februar 2016 erschien mit „Wer flüchtet schon freiwillig? Die Verantwortung des Westens oder warum sich unsere Gesellschaft neu erfinden muss“ ihr Buch, das sich der Flüchtlingsthematik widmet.

Frau Kipping, das Thema „Bedingungsloses Grundeinkommen“ war in Politik und Medien lange Zeit nicht wirklich ein Thema. Nun kommt es mehr und mehr in Fahrt. Wie ist Ihre persönliche Haltung zu einem kleinen, aber garantierten monatlichen Einkommen für jedermann ohne Gegenleistung?

Ich streite schon über 15 Jahre für ein Grundeinkommen, das die Existenz und Teilhabe eines jeden Menschen individuell, ohne eine Bedürftigkeitsprüfung und ohne einen Zwang zur Arbeit oder Gegenleistung, sichert – und zwar in ausreichender Höhe, das also über 1000 Euro netto liegt.

Faktisch würde ein solches Grundeinkommen die Faktoren Arbeit und Einkommen voneinander trennen und damit den Zwang zur Arbeitsaufnahme aufheben. Ist die Umsetzung dieses Anspruchs in einer modernen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts nicht längst überfällig?

Das Grundeinkommen entkoppelt auf individueller Ebene die Erwerbsarbeit und die grundlegende Existenz- und Teilhabesicherung eines jeden Menschen. Der Wert des Menschen ist in seiner Würde begründet, nicht durch seinen Wert auf dem Arbeitsmarkt. Zwang zur Arbeit ist völkerrechts- und grundrechtswidrig. Mit dem Grundeinkommen werden Gewerkschaften und Individuen in ihrer Verhandlungsmacht gestärkt. Damit und mit ordentlichen Tarif- und Mindestlöhnen ist schlecht bezahlte Erwerbsarbeit Vergangenheit.

Statt existenziell unsicher, also prekär leben zu müssen, eröffnet das Grundeinkommen die Möglichkeit kollektiv und individuell Arbeits- und Lebenszeit tatsächlich zu gestalten, Zeitsouveränität zu erlangen. Wie formulierte es André Gorz, dessen Geburtstag sich jüngst jährte? Statt fremdbestimmter Prekarität ermöglicht das Grundeinkommen selbstbestimmte Multiaktivität, also die Möglichkeit, sich in vielfältige kulturelle, soziale und politische Bereiche einzubringen. Dazu gehören neben dem Grundeinkommen die Aneignung der Produktivmittel und die Ausweitung des öffentlichen Raumes für solidarische Kooperation – gegen die Vermarktlichung der Lebensräume und -zeiten.

Warum gibt es dennoch und insbesondere auf Seiten der Politik so viel Widerstand gegen ein BG?

Es gibt viele Politikerinnen und Politiker, die sich grundsätzlich für das Grundeinkommen aussprechen – wenn auch unterschiedliche Vorstellungen über die konkrete Ausgestaltung bestehen. Beachtet werden muss, dass das Grundeinkommen ein anderes Menschen- und Gesellschaftsbild erfordert. Dies muss – wie von allen Menschen – auch von Politikerinnen und Politikern erarbeitet werden.

Wie sieht es bei den Linken – also innerhalb Ihrer Partei – mit Widerstand gegen ein BG aus?

In der Partei DIE LINKE wird das Grundeinkommen genauso kontrovers diskutiert wie in der Gesellschaft. Ich sehe aber Fortschritte. Nach der anregenden Diskussion auf dem letzten Bundesparteitag in Bielefeld ist das Interesse gestiegen.

Viele Politiker und Politikerinnen Ihrer Partei engagieren sich in gewerkschaftlichen Bereichen. Gerade hier aber gibt es noch viel Ablehnung?

In den Gewerkschaften wird das Grundeinkommen natürlich auch kontrovers diskutiert. Bemerkenswert ist die hohe Zustimmung an der Basis der Gewerkschaften, siehe die IG-Metall-Umfrage oder die Anträge zum Grundeinkommen von der Hälfte aller ver.di-Landesbezirke auf dem letzten Bundeskongress (mehr dazu auf grundeinkommen.de). Sehr interessant ist auch die Initiative Gewerkschafterdialog Grundeinkommen.

Wie kommt es, dass sich viele Volksvertreter so schwer tun, die drastisch veränderte Arbeitswelt wahrzunehmen und umzusteuern? Wir halten beispielsweise trotz massiver Rationalisierungen vehement an einem 8-Stunden-Tagen fest und sehen Zeitersparnis nicht als Fortschritt, der auch an Arbeitnehmer weitergegeben wird.

Konservative und marktliberale Politikerinnen und Politiker verstehen nicht, dass die Ökonomie für den Menschen da ist, und nicht umgekehrt. Es geht eigentlich um eine menschenwürdige und vernünftige Organisation der gesamten notwendigen Arbeit – dazu gehört auch die unbezahlte Sorgearbeit. Wie viel Zeit mehr könnten wir für diese Arbeit oder für die Muße verwenden, wenn wir überflüssige, sinnlose, sogar schädliche Produktion unterlassen würden.

Anstatt authentisch zu sein und Lösungen wie etwa ein BG zur Einkommenssicherung der Bürger in einer veränderten und digitalisierten Arbeitswelt zu erarbeiten, halten viele Politiker am umstrittenen Bürokratiemonster Hartz IV fest. Kann eine derart rückwärtsgewandte Haltung künftig noch zu Wahlsiegen führen?

Kann sie. Und zwar so lange die Bürgerinnen und Bürger nicht mehrheitlich erkennen, dass Hartz IV alle angeht, für alle eine Bedrohung darstellt: Seht her, so geht es euch, wenn ihr unser Spiel nicht mitspielt. Erich Fromm, ein weiterer Streiter für das Grundeinkommen, schrieb: Es gibt zwei Formen menschlicher Gewaltandrohung – die Androhung direkter physischer Gewalt oder die Androhung des Entzugs der lebensnotwendigen Existenzmittel. Hartz IV ist Gewalt gegen Menschen – um Menschen gefügig zu machen für die Kapitalverwertungsmaschine, die immer neue Gebiete für Profitmacherei kolonialisiert.

Wenn wir einmal viel größer denken, etwa in Hinblick auf weltweite Verteilungsdefizite, so könnte ein grenzüberschreitender Anspruch auf ein BG weltweit die Lebensverhältnisse verbessern, Konflikte befrieden und damit u.a. auch Fluchtursachen bekämpfen. Fließen solche Aspekte in politischen Diskussionen überhaupt ausreichend und parteiübergreifend ein?

Es gibt seit Jahren die Diskussion um das Thema globale soziale Rechte. Das Grundeinkommen ist ein globales soziales Recht, wie das Recht auf Freizügigkeit, auf Bildung, Gesundheitsversorgung usw. Progressive Grundeinkommensbefürworterinnen und -befürworter verstehen das Grundeinkommen als Menschenrecht, das jedem Menschen an seinem Lebensort zusteht. Der Netzwerkrat des Netzwerk Grundeinkommen, die Attac Arbeitsgruppe Genug für alle und die Bundesarbeitsgemeinschaft Grundeinkommen in und bei der Partei DIE LINKE, um nur einige zu nennen, haben dazu eine klare, begrüßenswerte Position – die auch vor dem Hintergrund der Bekämpfung von Fluchtursachen zu beachten ist.

In meinem eben erschienen Buch „Wer flüchtet schon freiwillig?“ bin ich auf die Problematik eingegangen. Klar muss auch sein: Es muss die imperiale Ökonomie des globalen Nordens in eine solidarische Ökonomie für alle Menschen der Welt gewandelt werden – nur so können sehr viele Ursachen für eine unfreiwillige Migration beseitigt werden. Das Grundeinkommen als globales soziales Recht gehört zu diesem umfassenden Ansatz.

Noch bleibt der Gedanke eines grenzüberschreitenden Grundeinkommens Zukunftsmusik. Für wie wahrscheinlich halten Sie die Umsetzung eines BGs hierzulande und zwar innerhalb eines Zeitrahmens von etwa zwei Legislaturperioden?

Das Grundeinkommen wir dann eingeführt, wenn die große Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger dies wollen. Sie sind der Souverän.

Und welchen Rat geben Sie Zweiflern und Zauderern, die in einem BG – und damit dem wohl größten zivilisatorischer Fortschritt – noch immer ein ideologisches Feindbild sehen?

Ich glaube weniger an Feindbilder, die hinter einer Ablehnung stehen. Mal abgesehen von den Menschen, die meinen, Menschen mit Gewalt nötigen zu müssen, damit sie funktionieren, wie sie es gern hätten. Ich möchte auch keinen Rat geben, sondern einfach anregen, sich eine Gesellschaft vorzustellen, in der die freie Entwicklung eines jeden einzelnen Menschen die Bedingung für die freie Entwicklung aller Menschen ist. Dieser sehr schöne Satz von Karl Marx regt an, über eine solidarische Welt nachzudenken, die keine Gewalt gegenüber Menschen kennt. Da kommt man sicher auch auf die Idee des Grundeinkommens.

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Rolle der Gewerkschaften in einer Grundeinkommensgesellschaft

04.02.16 (BGE Aktuell, Gewerkschaften)

Quelle: Netzwerk Grundeinkommen

Rolle der Gewerkschaften in einer Grundeinkommensgesellschaft

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Über die BGE-Vorstöße aus Wirtschaftskreisen, über Gewerkschaften und DIE LINKE

23.01.16 (BGE Aktuell, BGE Konzept, Gewerkschaften)

Über die BGE-Vorstöße aus Wirtschaftskreisen, über Gewerkschaften und DIE LINKE

von Max Blum, Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Netzpolitik DIE LINKE. Berlin

Solche BGE-Vorstöße aus Wirtschaftskreisen (wie jüngst vom SAP-Vorstandsmitglied Bernd Leukert) sind nichts ungewöhnliches, da es unter anderem zur Flexibilisierung des Arbeitsmarktes führen wird und jede Menge Bürokratie und Kosten abbaut. Vielleicht geht es auch um Ängste der Unternehmen, von der „Industrie 4.0“ überrollt zu werden, dem entstehenden neuen Konkurrenzdruck nicht gewachsen zu sein (nach dem Motto „soll der Staat da mal einen Teil des Gehalts zahlen…“). Ein linkes Projekt wird das BGE erst dann, wenn es eine Höhe von – gemessen an aktuellen Verhältnissen – 1050 € hat und im Wesentlichen von der Oberschicht finanziert wird (Modelle dafür wurden von der BAG Grundeinkommen DIE LINKE. ausgearbeitet). Ich glaube nicht, dass eine derartige Finanzierung die Intension etwa des SAP-Vorstands ist. Jedenfalls läge dies nicht in deren Interesse. Links betrachtet wollen wir das BGE als Anstoß einer gewaltigen Umverteilung nutzen.

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Blick zurück nach vorn auf 10 erfolgreiche Jahre

31.12.15 (BGE Aktuell)

Noch-Nicht-BGE-…Schland im Dezember 2015

Blick zurück nach vorn auf 10 erfolgreiche Jahre

Das Jahr 2015 und – für die BAG Grundeinkommen – ein ganzes Jahrzehnt neigen sich dem Ende entgegen. Eine Gelegenheit, den Mitgliedern und auch allen anderen Mitstreitern und Mitstreiterinnen für ihre Unterstützung recht herzlich zu danken!

Mit Eurem Einsatz habt Ihr geholfen, die Idee eines emanzipatorischen Grundeinkommens zu verbreiten und weiterzuentwickeln.

Podiumsdiskussion

10 Jahre BAG GE – Podiumsdiskussion „Mit links zum Grundeinkommen?“ ((v. l. n. r.) Felix Banaszak, Anke Domscheit-Berg, Doris Achelwilm, Katja Kipping)

Ein besonderer Dank geht an die Redner und Rednerinnen auf der Jubiläumsfeier der BAG. Ihr habt uns ermuntert, den oftmals dornigen und steinigen Weg weiterzugehen, an Erreichtes innerhalb und außerhalb der Partei DIE LINKE anzuknüpfen und weiterhin für die Umsetzung eines emanzipatorischen Grundeinkommens zu streiten.
Gratulant_innen: Dr. Gernot Reipen (Piratenpartei), Hardy Krampertz (Attac Deutschland – AG Genug für alle), Ronald Blaschke (Netzwerk Grundeinkommen), Min Geum (Korean Basic Income Network, Südkorea, per Video in dt. Sprache), David Cassassas (Spanien, Renta Básica, verlesenes Grußwort) von den Zusammenschlüssen der Partei DIE LINKE: BAG Hartz IV: Elke Reinke, Forum demokratischer Sozialismus (fds): Petra Pau, Ökologische Plattform: Manfred Wolf, Sozialistische Linke: Ralf Krämer

Die Grußworte sind auf der Facebook-Seite der BAG und -> hier nachzulesen. Auch das Video von Min Geum kann -> hier angesehen werden.

Teilnehmer_innen an der Podiumsdiskussion „Mit links zum Grundeinkommen?“ (siehe Foto v. l. n. r.): Felix Banaszak (Vorstandsmitglied des Instituts Solidarische Moderne, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Anke Domscheit-Berg (ehemaliges Mitglied von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der Piratenpartei, Gleichstellungsaktivistin, Autorin), Doris Achelwilm (Sprecherin DIE LINKE. Bremen) als Moderatorin und unsere Parteivorsitzende Katja Kipping (MdB, DIE LINKE).

Ronald Blaschke

Ronald Blaschke (Netzwerk Grundeinkommen)

Last but not least danken wir den ehemaligen SprecherInnenräten und ihren kooptierten Mitgliedern, besonders Ronald Blaschke, ganz herzlich für ihr unterstützendes Engagement.

Ein friedliches und fröhliches und in jeder Hinsicht auskömmliches Jahr 2016

wünscht Euch allen bedingungslos

Euer BundessprecherInnenrat!

Stefan Wolf (Sprecher), Gabriele Schmidt (Sprecherin), Ralf-Peter Engelke, Brigitte Ostertag, Manfred Jannikoy, Edith Preiss, Ringo Jünigk, Jörg Reiners, Monika Förster, Rico Haaske, Olaf Michael Ostertag und Thorsten Schulte

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Eckpunkte eines emanzipatorischen Grundeinkommens

14.12.15 (BGE Aktuell, BGE Konzept)

Diese Eckpunkte (deutsch/englisch) wurden vor sieben Jahren auf einer internationalen Tagung beschlossen, sie sind nach wie vor aktuell.

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Erklärung über emanzipatorisches Grundeinkommen

Verfasst im Rahmen des ersten deutschsprachigen Treffens emanzipatorischer Grundeinkommensbefürworter am 23.10.2008, Berlin, Haus der Demokratie und Menschenrechte.

Am heutigen Tag haben sich Grundeinkommensbefürworter und Mitglieder der Organisationen Attac Deutschland, Attac Schweiz, Bundesarbeitsgemeinschaft der Erwerbslosen- und Sozialhilfeinitiativen e.V. (BAG-SHI), BALADRE Renta Basica, Bündnis 90/Die Grünen, DIE LINKE, Inhaltsgruppe Grundeinkommen bei Attac Österreich, Kommunistische Partei Österreichs, Netzwerk Grundeinkommen Deutschland, Netzwerk Grundeinkommen Österreich, Transform Europe und ver.di getroffen, um die emanzipatorische Ausgestaltung eines Grundeinkommens zu diskutieren und diese Ausgestaltung von neoliberalen Modellen, die sich ebenfalls im Grundeinkommensdiskurs situieren, deutlich abzugrenzen.

Wir verstehen ein Grundeinkommen als:

  1. Einen individuellen Rechtsanspruch.
  1. Dieser wird an alle Menschen ausbezahlt. Grundeinkommen ist ein Menschenrecht unter der Perspektive eines globalen sozialen Rechts. Das beinhaltet: es ist unabhängig von Staatsbürgerschaft und berücksichtigt MigrantInnen und Flüchtlinge.
  1. Die Ausbezahlung erfolgt in existenzsichernder und einer wirtschaftliche, soziale, kulturelle und politische Teilhabe ermöglichenden Höhe und ohne Bedürftigkeitsprüfung.
  1. Grundeinkommen wird ausbezahlt ohne Arbeitszwang oder erzwungene Gegenleistung,
  1. Die Höhe des Grundeinkommens soll entsprechend der Entwicklung der Lebenshaltungs- und Teilhabekosten dynamisiert werden.

Als zusätzliche Bestimmungen, die Grundeinkommen emanzipatorisch machen, sehen wir:

  1. Grundeinkommen bewirkt eine Umverteilung von Oben nach Unten, insbesondere durch die Besteuerung von Kapital, Vermögen und hohen Einkommen.
  1. Es gibt über das Grundeinkommen hinausgehend Mehrbedarfe, Sonderunterstützungen und Sonderbedarfe für bestimmte Personengruppen. Dies betrifft zum Beispiel Alleinerziehende, Schwangere, Behinderte, chronisch Kranke und Menschen mit hohen Wohnkosten.
  1. Grundeinkommen ist eingebettet in einen Ausbau, eine Qualifizierung und Demokratisierung der sozialen Sicherungssysteme.
  1. Grundeinkommen ist Aspekt des Erhalts, Ausbaus und der Demokratisierung öffentlicher Infrastrukturen.
  1. Grundeinkommen ist eingebettet in eine geschlechtergerechte Perspektive, die eine radikale Umverteilung der gesellschaftlich notwendigen Arbeit (bezahlte und unbezahlte) zwischen den Geschlechtern realisiert. Weitere Maßnahmen zur Herstellung von Geschlechtergerechtigkeit sind notwendig.
  1. Das Grundeinkommenskonzept ist eingebettet in eine gesellschaftliche Entwicklung und ein Gesellschaftskonzept, die auf ökologische Nachhaltigkeit setzen.
  1. Grundeinkommen ist angesiedelt im Kontext der Perspektive der Schaffung einer solidarischen, partizipativen und kooperativen Gesellschaft, die auf der Demokratisierung von Wirtschaft und Gesellschaft basiert.
  1. Die Forderung nach Grundeinkommen ist gekoppelt mit weiteren arbeitsrechtlichen Forderungen, insbesondere jenen nach radikaler Arbeitszeitverkürzung und Mindestlohn. Flankierend muss dabei der Personal- und Lohnausgleich diskutiert werden.

Heidi Ambrosch, Transform Europe

Ingrid Banaschik, DIE LINKE BAG Grundeinkommen

Ronald Blaschke

Michael Born, DIE LINKE. Arbeitskreis Hartz IV

Astrid und Thomas Falkenroth, DIE LINKE BAG Grundeinkommen

Uwe Fröhlich, Bündnis 90/Die Grünen, AK Grundsicherung/Grundeinkommen, Berlin

Christian Fuchs, Inhaltsgruppe Grundeinkommen bei Attac Österreich, Netzwerk Grundeinkommen Österreich

Jens-Eberhard Jahn, DIE LINKE BAG Grundeinkommen

Melina Klaus, Kommunistische Partei Österreichs

Lutz-Denis Kupke, DIE LINKE

Willi Lüpkes, ver.di Bezirkserwerbslosenausschuss Weser-Ems

Olaf Michael Ostertag, DIE LINKE BAG Grundeinkommen, Deutschland

Adeline Otto, DIE LINKE LAG Grundeinkommen Berlin

Werner Rätz, Attac Deutschland, Arbeitsgruppe Genug für alle

Jörg Rogall, Dokumentaraktivist

Werner Schulten, DIE LINKE BAG Grundeinkommen

Avji Sirmoglu, Attac Schweiz

Stefan Wolf, Sprecher der BAG Grundeinkommen in und bei der Partei DIE LINKE

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Declaration on Emancipatory Basic Income

This text was written in the context of the first German-speaking meeting on emancipatory basic income advocates on October 23, 2008, Berlin, House of Democracy and Human Rights.

Today basic income advocates and members of the organizations Attac Germany, Attac Switzerland, BAG-SHI, BALADRE Renta Básica, Bündnis 90/Die Grünen (Alliance 90/The Greens), DIE LINKE (THE LEFT), Inhaltsgruppe Grundeinkommen (Basic Income Working Group) of Attac Austria, Communist Party of Austria, Basic Income Network Germany, Basic Income Network Austria, Transform Europe, and ver.di have met in order to discuss emancipatory forms of basic income and to draw a distinction from neoliberal models that situate themselves in the basic income discourse.

For us, aspects of basic income are:

  1. It is an individual right.
  1. Basic income is paid to all people. It is a human right under the perspective of global social rights. This includes: it is independent from citizenship and takes into account migrants and refugees.
  1. The paid amount secures existence and enables economic, social, cultural, and political participation and is not means tested.
  1. Basic income is paid without making demands in return, such as forced labour or coerced return services.
  1. The amount of basic income is dynamic, it is based on the development of costs of living and costs of participation.

We see further criteria that make basic income an emancipatory measure:

  1. Basic income results in redistribution from upper classes to lower classes, especially with the help of the taxation of capital, wealth, and upper incomes.
  1. There are additional needs, special supports, and special needs for certain groups of persons in addition to basic income. This concerns for example single parents, pregnant women, the handicapped, people with chronicle illnesses, and people with high living costs.
  1. Basic income is embedded into the extension, quality assurance, and democratization of social security systems.
  1. Basic income is an aspect of the maintenance, extension, and the democratization of public infrastructures.
  1. Basic income stands in the context of the perspective of gender equality that realizes a radical redistribution of socially necessary labour (paid and unpaid) between men and women. Further measures for realizing gender equality are necessary.
  1. The concept of basic income is embedded into societal development towards sustainability and a concept of society that focuses on ecological sustainability.
  1. Basic income is situated in the context of the perspective for the creation of a solitary, participatory, and co-operative society that is based on the democratization of economy and society.
  1. The demand for basic income is coupled with further demands that concern employment laws, especially minimum wages and the radical reduction in working hours. Also compensations of wages and personnel must be discussed as accompanying measures.

Heidi Ambrosch, Transform Europe

Ingrid Banaschik, DIE LINKE BAG Grundeinkommen (THE LEFT Basic Income Working Group)

Ronald Blaschke

Michael Born, DIE LINKE.Arbeitskreis Hartz IV (THE LEFT Working Group on Hartz IV)

Astrid und Thomas Falkenroth, DIE LINKE BAG Grundeinkommen (THE LEFT Basic Income Working Group)

Uwe Fröhlich, Bündnis 90/Die Grünen, AK Grundsicherung/Grundeinkommen (Alliance 90/The Greens, Working Group on Basic Security/Basic Income), Berlin

Christian Fuchs, Inhaltsgruppe Grundeinkommen bei Attac Österreich (Basic Income Working Group of Attac Austria), Netzwerk Grundeinkommen Österreich (Basic Income Network Austria)

Jens-Eberhard Jahn, DIE LINKE BAG Grundeinkommen (THE LEFT Basic Income Working Group)

Melina Klaus, Kommunistische Partei Österreichs (Communist Party of Austria)

Lutz-Denis Kupke, DIE LINKE (THE LEFT)

Willi Lüpkes, ver.di Bezirkserwerbslosenausschuss Weser-Ems (ver.di Unemployment Initiative Weser-Ems)

Olaf Michael Ostertag, DIE LINKE BAG Grundeinkommen (THE LEFT Basic Income Working Group)

Adeline Otto, DIE LINKE LAG Grundeinkommen Berlin (THE LEFT Basic Income Working Group Berlin)

Werner Rätz, Attac Germany, working group Enough for all

Jörg Rogall, Documenation activist

Werner Schulten, DIE LINKE BAG Grundeinkommen (THE LEFT Basic Income Working Group)

Avji Sirmoglu, Attac Schweiz (Attac Switzerland)

Stefan Wolf, Sprecher der BAG Grundeinkommen in und bei der Partei DIE LINKE (Speaker of the Basic Income Working Group of THE LEFT)

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Hier die Erklärung als pdf-Dokument.

Hier die damalige Erklärung der BAG Grundeinkommen DIE LINKE. als pdf-Dokument.

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