DIE LINKE. BAG Grundeinkommen

Mit Links zum Grundeinkommen

Eckpunkte eines emanzipatorischen Grundeinkommens

14.12.15 (BGE Aktuell, BGE Konzept)

Diese Eckpunkte (deutsch/englisch) wurden vor sieben Jahren auf einer internationalen Tagung beschlossen, sie sind nach wie vor aktuell.

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Erklärung über emanzipatorisches Grundeinkommen

Verfasst im Rahmen des ersten deutschsprachigen Treffens emanzipatorischer Grundeinkommensbefürworter am 23.10.2008, Berlin, Haus der Demokratie und Menschenrechte.

Am heutigen Tag haben sich Grundeinkommensbefürworter und Mitglieder der Organisationen Attac Deutschland, Attac Schweiz, Bundesarbeitsgemeinschaft der Erwerbslosen- und Sozialhilfeinitiativen e.V. (BAG-SHI), BALADRE Renta Basica, Bündnis 90/Die Grünen, DIE LINKE, Inhaltsgruppe Grundeinkommen bei Attac Österreich, Kommunistische Partei Österreichs, Netzwerk Grundeinkommen Deutschland, Netzwerk Grundeinkommen Österreich, Transform Europe und ver.di getroffen, um die emanzipatorische Ausgestaltung eines Grundeinkommens zu diskutieren und diese Ausgestaltung von neoliberalen Modellen, die sich ebenfalls im Grundeinkommensdiskurs situieren, deutlich abzugrenzen.

Wir verstehen ein Grundeinkommen als:

  1. Einen individuellen Rechtsanspruch.
  1. Dieser wird an alle Menschen ausbezahlt. Grundeinkommen ist ein Menschenrecht unter der Perspektive eines globalen sozialen Rechts. Das beinhaltet: es ist unabhängig von Staatsbürgerschaft und berücksichtigt MigrantInnen und Flüchtlinge.
  1. Die Ausbezahlung erfolgt in existenzsichernder und einer wirtschaftliche, soziale, kulturelle und politische Teilhabe ermöglichenden Höhe und ohne Bedürftigkeitsprüfung.
  1. Grundeinkommen wird ausbezahlt ohne Arbeitszwang oder erzwungene Gegenleistung,
  1. Die Höhe des Grundeinkommens soll entsprechend der Entwicklung der Lebenshaltungs- und Teilhabekosten dynamisiert werden.

Als zusätzliche Bestimmungen, die Grundeinkommen emanzipatorisch machen, sehen wir:

  1. Grundeinkommen bewirkt eine Umverteilung von Oben nach Unten, insbesondere durch die Besteuerung von Kapital, Vermögen und hohen Einkommen.
  1. Es gibt über das Grundeinkommen hinausgehend Mehrbedarfe, Sonderunterstützungen und Sonderbedarfe für bestimmte Personengruppen. Dies betrifft zum Beispiel Alleinerziehende, Schwangere, Behinderte, chronisch Kranke und Menschen mit hohen Wohnkosten.
  1. Grundeinkommen ist eingebettet in einen Ausbau, eine Qualifizierung und Demokratisierung der sozialen Sicherungssysteme.
  1. Grundeinkommen ist Aspekt des Erhalts, Ausbaus und der Demokratisierung öffentlicher Infrastrukturen.
  1. Grundeinkommen ist eingebettet in eine geschlechtergerechte Perspektive, die eine radikale Umverteilung der gesellschaftlich notwendigen Arbeit (bezahlte und unbezahlte) zwischen den Geschlechtern realisiert. Weitere Maßnahmen zur Herstellung von Geschlechtergerechtigkeit sind notwendig.
  1. Das Grundeinkommenskonzept ist eingebettet in eine gesellschaftliche Entwicklung und ein Gesellschaftskonzept, die auf ökologische Nachhaltigkeit setzen.
  1. Grundeinkommen ist angesiedelt im Kontext der Perspektive der Schaffung einer solidarischen, partizipativen und kooperativen Gesellschaft, die auf der Demokratisierung von Wirtschaft und Gesellschaft basiert.
  1. Die Forderung nach Grundeinkommen ist gekoppelt mit weiteren arbeitsrechtlichen Forderungen, insbesondere jenen nach radikaler Arbeitszeitverkürzung und Mindestlohn. Flankierend muss dabei der Personal- und Lohnausgleich diskutiert werden.

Heidi Ambrosch, Transform Europe

Ingrid Banaschik, DIE LINKE BAG Grundeinkommen

Ronald Blaschke

Michael Born, DIE LINKE. Arbeitskreis Hartz IV

Astrid und Thomas Falkenroth, DIE LINKE BAG Grundeinkommen

Uwe Fröhlich, Bündnis 90/Die Grünen, AK Grundsicherung/Grundeinkommen, Berlin

Christian Fuchs, Inhaltsgruppe Grundeinkommen bei Attac Österreich, Netzwerk Grundeinkommen Österreich

Jens-Eberhard Jahn, DIE LINKE BAG Grundeinkommen

Melina Klaus, Kommunistische Partei Österreichs

Lutz-Denis Kupke, DIE LINKE

Willi Lüpkes, ver.di Bezirkserwerbslosenausschuss Weser-Ems

Olaf Michael Ostertag, DIE LINKE BAG Grundeinkommen, Deutschland

Adeline Otto, DIE LINKE LAG Grundeinkommen Berlin

Werner Rätz, Attac Deutschland, Arbeitsgruppe Genug für alle

Jörg Rogall, Dokumentaraktivist

Werner Schulten, DIE LINKE BAG Grundeinkommen

Avji Sirmoglu, Attac Schweiz

Stefan Wolf, Sprecher der BAG Grundeinkommen in und bei der Partei DIE LINKE

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Declaration on Emancipatory Basic Income

This text was written in the context of the first German-speaking meeting on emancipatory basic income advocates on October 23, 2008, Berlin, House of Democracy and Human Rights.

Today basic income advocates and members of the organizations Attac Germany, Attac Switzerland, BAG-SHI, BALADRE Renta Básica, Bündnis 90/Die Grünen (Alliance 90/The Greens), DIE LINKE (THE LEFT), Inhaltsgruppe Grundeinkommen (Basic Income Working Group) of Attac Austria, Communist Party of Austria, Basic Income Network Germany, Basic Income Network Austria, Transform Europe, and ver.di have met in order to discuss emancipatory forms of basic income and to draw a distinction from neoliberal models that situate themselves in the basic income discourse.

For us, aspects of basic income are:

  1. It is an individual right.
  1. Basic income is paid to all people. It is a human right under the perspective of global social rights. This includes: it is independent from citizenship and takes into account migrants and refugees.
  1. The paid amount secures existence and enables economic, social, cultural, and political participation and is not means tested.
  1. Basic income is paid without making demands in return, such as forced labour or coerced return services.
  1. The amount of basic income is dynamic, it is based on the development of costs of living and costs of participation.

We see further criteria that make basic income an emancipatory measure:

  1. Basic income results in redistribution from upper classes to lower classes, especially with the help of the taxation of capital, wealth, and upper incomes.
  1. There are additional needs, special supports, and special needs for certain groups of persons in addition to basic income. This concerns for example single parents, pregnant women, the handicapped, people with chronicle illnesses, and people with high living costs.
  1. Basic income is embedded into the extension, quality assurance, and democratization of social security systems.
  1. Basic income is an aspect of the maintenance, extension, and the democratization of public infrastructures.
  1. Basic income stands in the context of the perspective of gender equality that realizes a radical redistribution of socially necessary labour (paid and unpaid) between men and women. Further measures for realizing gender equality are necessary.
  1. The concept of basic income is embedded into societal development towards sustainability and a concept of society that focuses on ecological sustainability.
  1. Basic income is situated in the context of the perspective for the creation of a solitary, participatory, and co-operative society that is based on the democratization of economy and society.
  1. The demand for basic income is coupled with further demands that concern employment laws, especially minimum wages and the radical reduction in working hours. Also compensations of wages and personnel must be discussed as accompanying measures.

Heidi Ambrosch, Transform Europe

Ingrid Banaschik, DIE LINKE BAG Grundeinkommen (THE LEFT Basic Income Working Group)

Ronald Blaschke

Michael Born, DIE LINKE.Arbeitskreis Hartz IV (THE LEFT Working Group on Hartz IV)

Astrid und Thomas Falkenroth, DIE LINKE BAG Grundeinkommen (THE LEFT Basic Income Working Group)

Uwe Fröhlich, Bündnis 90/Die Grünen, AK Grundsicherung/Grundeinkommen (Alliance 90/The Greens, Working Group on Basic Security/Basic Income), Berlin

Christian Fuchs, Inhaltsgruppe Grundeinkommen bei Attac Österreich (Basic Income Working Group of Attac Austria), Netzwerk Grundeinkommen Österreich (Basic Income Network Austria)

Jens-Eberhard Jahn, DIE LINKE BAG Grundeinkommen (THE LEFT Basic Income Working Group)

Melina Klaus, Kommunistische Partei Österreichs (Communist Party of Austria)

Lutz-Denis Kupke, DIE LINKE (THE LEFT)

Willi Lüpkes, ver.di Bezirkserwerbslosenausschuss Weser-Ems (ver.di Unemployment Initiative Weser-Ems)

Olaf Michael Ostertag, DIE LINKE BAG Grundeinkommen (THE LEFT Basic Income Working Group)

Adeline Otto, DIE LINKE LAG Grundeinkommen Berlin (THE LEFT Basic Income Working Group Berlin)

Werner Rätz, Attac Germany, working group Enough for all

Jörg Rogall, Documenation activist

Werner Schulten, DIE LINKE BAG Grundeinkommen (THE LEFT Basic Income Working Group)

Avji Sirmoglu, Attac Schweiz (Attac Switzerland)

Stefan Wolf, Sprecher der BAG Grundeinkommen in und bei der Partei DIE LINKE (Speaker of the Basic Income Working Group of THE LEFT)

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Hier die Erklärung als pdf-Dokument.

Hier die damalige Erklärung der BAG Grundeinkommen DIE LINKE. als pdf-Dokument.

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