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Linke Antworten auf die Modernisierung der Arbeitswelt

28. Juli 2017 19:00 – 22:00 Uhr

Es ist Bundestagswahljahr. Die Parteien haben ihre Programme nun vorgelegt. Es werden Angebote zu sozialer Gerechtigkeit, Sicherheit, Europa und mögliche Koalitionen diskutiert. Doch ein Thema, das die Zukunft der Arbeitswelt, der Sozialsysteme, der ganzen Gesellschaft in der nächsten Zeit so tiefgreifend verändern und bestimmen wird, wie kaum ein anderes, kommt derzeit in den ganz großen politischen Auseinandersetzungen kaum vor: Die Digitalisierung. „Crowdsourcing“, „Cloudworking“, „Home-Office“ und „cyber-physical-systems“ sind nur einige Begriffe der neuen digitalen Arbeitswelt, die im Zuge von nichts geringerem als einer vierten industriellen Revolution oder kurz „Industrie 4.0“, bereits im Entstehen ist. Neue und schnellere Automatisierungsprozesse und die Fortschritte in Robotik sowie bei intelligenter Software eröffnen einerseits die Chance, den Menschheitstraum von einer vom Arbeitszwang befreiten und zugleich gerechte Teilhabe aller sicherstellenden Gesellschaft zu realisieren. Andererseits bergen sie die Gefahr der Massenarbeitslosigkeit und den bisherigen gesetzlichen Instrumenten der Mitbestimmung am Arbeitsplatz sowie den Tarifparteien drohen ihre klassischen Regelungsfelder, wie Arbeitszeit und Arbeitsentgelt, abhanden zu kommen. Wie kann diesen unaufhaltsamen Veränderungen begegnet und wirtschaftliche, soziale und politische Teilhabe und Mitbestimmung der Menschen am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft fortgeschrieben und weiterentwickelt werden? Wie können neue Technologien bei all dem eine progressive Rolle spielen und – ganz im marx’schen Sinne – zu einer progressiven Umwälzung der Produktionsverhältnisse beitragen? Wie abhängig, wie kollektiv-, wie selbstbestimmt wollen wir künftig arbeiten und wollen wir das überhaupt? Wäre ein bedingungsloses Grundeinkommen der Weg für eine zukunftsfähige, solidarische und teilhabeorientierte Reform der Sozialsysteme jenseits von Arbeitszwang und Arbeitsfetisch?

Zur notwendigen Debatte all der Fragen wollen wir, das Forum Demokratischer Sozialismus Baden-Württemberg, einen Beitrag leisten und laden daher alle Interessierten zum Podiumsgespräch ein.

Wann?
Freitag, 28.Juli 2017, ab 19:00 Uhr

Wo?
Cafe d Art, Augsburger Strasse 35, 89231 Neu-Ulm

Auf dem Podium diskutieren:

Peter Laskowski (Produktmanager, Mitglied des Bundeskoordinierungskreises der Emanzipatorischen Linken)
Sein Thema unter anderem: Digitalisierung
Er sagt: „Die durch die digitale Revolution zu erwartenden Veränderungen werden das gesamte Leben eines jeden, alle Lebensbereiche umfassen. Dies kann Chancen eröffnen für ein stärker selbstbestimmtes Arbeiten und Leben, für eine sozial gerechtere und ökologische Gestaltung der Wirtschaft – und für neue Formen der Demokratie, die Alltag und Arbeit einschließen.“

Eva-Maria Glathe-Braun (Theatermitarbeiterin, Mitbegründerin der Landesarbeitsgemeinschaft Grundeinkommen der Partei DIE LINKE BW)
Sie sagt: „Ein wesentliches Ziel von demokratischen Sozialist*innen ist es, Arbeit und materielles Wohlbefinden voneinander zu entkoppeln. Die Veränderung der Arbeitswelt macht es notwendig über neue Formen des Einkommens zu diskutieren und hier zukunftsweisende Lösungen zu finden. Es ist die sozial- ökonomische Basis der Freiheit, über eigene Lebensentwürfe sowie über Tätigkeits- und Teilhabeformen selbst entscheiden zu können. Mit einem bedingungslosen Grundeinkommen wird Kapitalismus an sich zwar noch nicht positiv überwunden, doch wäre damit ein Einschnitt verbunden, der mindestens so fundamental wäre, wie die Einführung des klassischen Wohlfahrtsstaates. “

Nikita Karavaev (Student der Rechtswissenschaft mit Schwerpunkt Arbeitsrecht)
Sein Thema unter anderem: Mitbestimmung und Wirtschaftsdemokratie

Er sagt: „Für eine soziale und demokratische Gestaltung der Zukunft der Arbeit ist heute die Schaffung der gesetzlichen Voraussetzungen für die Mitbestimmung der Belegschaften auf Augenhöhe in Standortfragen und anderen wirtschaftlichen Angelegenheiten unabdingbar. Diese kann durch eine funktionelle Kombination mit materieller Beteiligung realisiert werden, was auch weitergehende Perspektiven aufmacht.“